Grillenberger (Vortrag)

Datenmanagement

Datenbanken stellen ein grundlegendes Thema der informatischen Bildung dar. In der Fachwissenschaft Informatik haben in den letzten Jahren verschiedene Entwicklungen auf dem Gebiet "Datenmanagement" stattgefunden, insbesondere die Speicherung und Analyse immer größerer und strukturell vielfältiger Datenmengen unter Zuhilfenahme verteilter Datenbanken („Big Data“). Hingegen konzentriert sich der Informatikunterricht derzeit auf das Thema „Datenbanken und SQL“. Zum Verständnis der Grundlagen moderner Datenspeicherung, wie sie beispielsweise bei Google, Facebook, Twitter oder Amazon stattfindet, reicht dieses Wissen jedoch nicht mehr aus: um die riesigen Datenmengen zu bewältigen müssen diese auf verschiedene Standorte verteilt und möglichst in Echtzeit verarbeitet werden – während relationale Datenbanken insbesondere auf hohe Datenqualität optimiert sind. Gleichzeitig stellt sich das Problem, dass Daten immer stärker variieren und so kaum ein relationales Schema erstellt werden kann.
Auch Schülerinnen und Schüler haben bei der Verwaltung ihrer privaten Daten mit vielfältigen Aspekten von „Datenmanagement“ zu tun: seien es Redundanz und Konsistenz, die beispielsweise im Kontext von Backup und Synchronisation eigener Daten relevant werden, oder beispielsweise Metadaten, die einerseits Gefahren für die Privatsphäre bergen, andererseits aber in anderen Kontexten (beispielsweise bei der Suche nach Daten) einen großen Mehrwert mitbringen.
In diesem Vortrag werden die aktuellen Entwicklungen im Datenmanagement mit einem Fokus auf möglicherweise für die Schule relevanten Aspekte betrachtet und gemeinsam mit verschiedenen Beispielen vorgestellt sowie die Auswirkungen auf den Unterricht verdeutlicht. Auch Zusammenhänge mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen werden einbezogen.